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„Brückenschläge“ zwischen Kulturen erleben - Die 9/2 als Patenklasse beim 4. Sinfoniekonzert

23. Februar 2016, 17:50 von DMitzlaff

Unsere Referenten im Foyer des Theaters:Theo Reichert, Savvas Sismanidis, Simon Thom, Sophia Raschke, Jonas Laub und Pascal Hebold


„Das habe ich nicht erwartet“, war eine von vielen Reaktionen, die wir am Sonntagabend bei einer Publikumsumfrage sammelten. Im Nordhäuser Theater wurde am 17. Januar 2016 vom Loh-Orchester Sondershausen im 4. Sinfoniekonzert die „Istanbul Symphony“ des türkischen Komponisten Fazil Say (* 1970) aufgeführt. Wir, die 9/2, waren live dabei.


Für mich und meine Klasse war dieser Konzertbesuch der gelungene Abschluss einer Unterrichtseinheit im Fach Musik. Über einige Stunden haben wir uns gemeinsam mit Frau Juliane Hirschmann, Konzertdramaturgin des Loh-Orchesters, und unserer Musiklehrerin vorbereitet. Einige aus unserer Klasse sahen bzw. hörten sich diese Sinfonie nicht nur an, sondern gestalteten aktiv durch Interviews oder Kurzvorträge die Einführungveranstaltung im Vorfeld des Konzertabends mit. Der Gastdirigent Marc Niemann sowie der Kanun-Spieler Muhittin Kemal Temel - einer von drei Solisten mit außergewöhnlichen, uns fremden Instrumenten – haben sich dafür zur Verfügung gestellt. Wir freuten uns sehr über das Lob und die positiven Resonanzen im Nachhinein.

Danach begann der musikalische Teil des Abends. Nach der Pause erklang die „Istanbul Symphony“. Die sieben Sätze beschreiben die Metropole Istanbul - Brücke zwischen Europa und Asien - sowie deren wechselvolle Geschichte. Wir erlebten ein 50-minütiges musikalisches Gemälde, erlebten Kriege, Missbrauch der Religion, die Blaue Moschee, die Hektik einer Großstadt oder auch das beruhigende Rauschen des Meeres am Bosporus. Dabei verknüpfte der Komponist typische europäische Musiktradition mit türkischer Folklore. Von den ersten Reihen aus konnten wir besonders gut das Orchester, den Dirigenten, aber v.a. die fremden türkischen Solo-Instrumente Ney (eine Schilfrohrflöte), Kanun (türkische Harfe) und klangvolle Percussioninstrumente beobachten.


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Schüler der 9/2 beim Auswerten der Publikumsumfrage in der Aula des Oberstufengebäudes


„Diese Mischung, Europa und Orient, klasse dargestellt. Ich habe schon einige Male orientalische Musik gehört, aber das war für mich etwas ganz Neues“, meinte ein begeisterter Besucher. Uns ging es ähnlich. Interesse geweckt? Dann empfehlen wir die deutsche Erstaufführung mit dem hr-Sinfonieorchester, die im Netz angeschaut werden kann.


von Simon Thoms (und D. Mitzlaff)

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