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Musikkurse 11 und 12 in der Oper „La Bohème“

17. November 2016, 09:15 von BMellentin

Momentan behandeln wir, die zwei Musikkurse der Jahrgangsstufe 12, die Thematik der Oper im Unterricht. Zu diesem Sujet passend konnte Frau Mellentin den Besuch der Oper „La Bohème“ von Giacomo Puccini im Nordhäuser Theater arrangieren. Dieser fand am 06. November 2016 um 18.00 Uhr statt.

Im Vorfeld, in Vorbereitung auf unseren Besuch, nahmen sich Herr Fuchs sowie Frau Bethge vom Jungen Theater Nordhausen jeweils zwei Mal die Zeit, uns auf das dortige Geschehen vorzubereiten und einzustimmen. Auf diese Weise wurde es uns ermöglicht, einmal in unkonventioneller Manier Dinge über Handlung sowie den Pariser Künstlerzusammenschluss „Bohème“ zu erfahren. Im Verlaufe dieser Stunden gab es unter anderem die Gelegenheit, in einer Szene schauspielerisch darzustellen, wie des Poeten Rodolfos Geliebte Mimì auf einer Party den plötzlichen Tod findet. Da wir keinerlei Informationen über die Hintergründe dieses Ablebens gegeben bekamen, ergaben sich die kreativsten und mannigfaltigsten Umsetzungsvarianten. Auch über die Reaktion der an der Fete beteiligten Personen war man sich in den Kursen uneins: Derweil bei der einen Gruppe die Beteiligten Mimì zu Hilfe eilten, konnte sie bereits in der nächsten von den anderen unbeachtet am Boden liegen gelassen werden. Diese Diskrepanz jedoch war durchaus beabsichtigt. Es sollte ein intensives Auseinandersetzen und Auslegen der Situation vollzogen werden, um sich im Ernstfall, beim Theateraufenthalt am 06. November, in die Schauspielenden hineinversetzen zu können.

Doch neben den inhaltlichen Schwerpunkten der Oper konnten uns Herr Fuchs und Frau Bethge auch mit musikalischen Aspekten und Stilmitteln des Bühnenwerks betrauen.

Als es dann am Sonntag zu dämmern begann und man sich langsam auf den Weg zum Stadttheater begab, waren (fast) alle schon in freudiger Erwartung. Nach dem Betreten des Zuschauerraums nahm man die Plätze in den vorderen Reihen ein. Einige der Schüler hatten dabei das besondere Glück einen Platz in Reihe 0 ergattert zu haben. Wieso? Weil man in dieser Sitzposition einen fast uneingeschränkten Blick in den Orchestergraben und damit auf die Instrumentalmusiker des Loh-Orchesters Sondershausen hatte. Das war wirklich beeindruckend!

Als der rote Vorhang sich öffnete, offenbarte sich uns ein weiterer Vorteil dieser vorderen Reihen: Das Geschehen der Oper konnte fast hautnah verfolgt werden; die Stimmen der Sänger kamen besonders gut zur Geltung und ihr Klang machte nicht wenige der Zuschauer sprachlos. Ob es nun der griechische Sänger war, der Rodolfo darstellte, oder die niederländische Sängerin, die Mimì, seine Geliebte, spielte. Alle verfügten über eine herausragende Intonation und Gesangskraft. So zog uns die emotionale und leidenschaftliche Musik zwischen Lebenslust und Todeskampf in ihren Bann und ließ die knapp zwei Stunden Opernerlebnis wie im Fluge vergehen.

Damit Sie eine Vorstellung vom Inhalt der Oper „La Bohème“ erhalten, nun ein kurzer Abriss der Handlung: Die vier Künstler, also Rodolfo, ein Dichter, Schaunard, seines Zeichens Musiker sowie Marcello und Colline, Maler und Philosoph, bewohnen ein Studio im Paris des ausgehenden 19. Jahrhunderts, welches sich in einer Mansarde befindet (an dieser Stelle sei auch das Bühnenbild zu loben, welches wirklich ansprechend gestaltet war). In der heutigen Zeit würde man sagen, sie bildeten eine Wohngemeinschaft, eine mit sehr begrenzten finanziellen Mitteln. Als Rodolfo eines Tages für einen Moment allein im Atelier ist, klopft Mimì, eine armselige Stickerin, an die Tür, sie bittet um Feuer für ihre Kerze. Als dann aber absichtlich auch die andere sich im Zimmer befindliche brennende Kerze ausgelöscht wird und Dunkelheit den Raum beherrscht, kommen die beiden sich näher. Während die Liebe der beiden jedoch in den ersten zwei Akten sehr innig und intensiv scheint, erfährt der Zuschauer im dritten Akt von Mimìs tödlicher Krankheit und davon, dass Rodolfo sie verließ, weil er ihr langsames Dahinsterben nicht ertrug. Todtraurig über die Situation, von Reue geprägt, scheint auch Rodolfo, als Mimì schließlich im vierten und letzten Akt im Atelier der Bohemiens auftaucht, um Rodolfo noch einmal zu sehen. Schnell versucht man, noch Medikamente und einen Muff zum Wärmen der Sterbenden aufzutreiben, doch am Ende muss Rodolfo die Ausweglosigkeit der Situation erkennen. Mit einem verzweifelten Aufschrei über Mimì bricht er zusammen.

Wir sind unserer Musiklehrerin, Frau Mellentin, aber natürlich auch dem Jungen Theater sehr dankbar für das eigens für uns aufgebrachte Engagement. Froh sind wir darüber, Teil des Publikums der Aufführung der Oper gewesen sein zu dürfen. Wir hoffen, dass sich ein solcher Besuch erneut einfädeln lässt!

 

Josephine Hoffmann, Lucas Igla und Rebecca Roßberg

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