Die Zeit ist reif ...

2020-07-16 22:22 von RKöthe

Endlich Ferien ...?

Die Zeit ist reif, in die Ferien zu gehen. Dieser Satz klingt absurd, wenn man die Anzahl der ausgefallenen Unterrichtstage in Folge der notwendigen Schulschließung wegen der Pandemie betrachtet. Jedoch ist zu spüren, dass gegenwärtig allen Schülerinnen und Schüler und dem Kollegium eine Unterbrechung der (seltsamen) Unterrichtsroutine, die durch Klassenteilung und tageweisen Wechsel bestimmt war, guttut. Wir alle hoffen, dass wir im neuen Schuljahr unter normalen Bedingungen oder besser vorbereitet auf „virale Störungen“ starten können. Für die vor uns liegende Ferienzeit wünsche ich der gesamten Schulgemeinschaft erholsame Tage, die mit Blick auf die Beschränkungen, die Folgen des Lockdowns in den einzelnen Familien sehr unterschiedlich gestaltbar sein werden.

Wir alle wissen, dass wir mit Beginn des neuen Schuljahres nicht einfach zur Tagesordnung übergehen können, da Lehrplaninhalte nicht vollständig bearbeitet werden konnten oder sich bei dem einen oder anderen in der Schülerschaft zeigt, dass die pädagogische Zusammenarbeit aus der Ferne eine andere, manchmal eine begrenzte Wirkung hat. Es war auch für die Schüler/innen eine zusätzliche Herausforderung, die schulischen Anforderungen unter diesen Bedingungen zu meistern. So will ich  nicht vergessen, den Fleiß im Fernunterricht und Selbstdisziplin im Präsenzunterricht bei Gruppenteilungen zu loben. Die Verschnaufpause vor dem nächsten Schuljahr wird allen guttun und die notwendigen Kräfte mobilisieren.
Am Ende dieses Schuljahres verabschieden wir uns auch von Kollegen/innen, die seit der Eröffnung des Gymnasiums 1991 als Fachlehrer/innen am Humboldt-Gymnasium tätig waren.  Erinnerungen an die gemeinsame Zeit werden lebendig.

 

Frau Mellentin hat als Fachlehrerin für Deutsch und Musik den Unterricht in allen Klassenstufen geführt. Unvergessen bleiben ihre Arbeit mit dem Schulchor, die zahlreichen Konzerten und großen musikalischen Ereignisse. Weihnachtskonzerte in der Blasii-Kirche und im Dom wurden mit ihr und unter ihrer Leitung zu Publikumsmagneten am Jahresende. Die Mitwirkung unseres Chores an der Aufführung der „Carmina Burana“ in Zusammenarbeit mit der Nordhäuser Kantorei zur Landesgartenschau oder - viel früher  - die Inszenierung der Kinderoper „Brundibár“ in der Altendorfer Kirche sind vielen noch in Erinnerung. Frau Mellentin war stets ein aktiver Teil einer engagierten Fachschaft Musik. Ein wirklicher musikalischer Abschied bleibt ihr verwehrt. Und doch bringt die musikalische Verabschiedung durch ihre Musik-Kolleginnen es auf dem Punkt: „Thank you for the music!“. Alles Gute für die kommende Zeit.

 

Physik und Informatik waren die Bereiche in denen Herr Mehler tätig war. Für Projekte und Ideen über den Unterricht hinaus, die er gemeinsam mit Kooperationspartnern gestaltete, wo er Verbündete in Hochschulen und Universitäten, in der Wirtschaft suchte und fand, haben zu Ergebnissen geführt, die den Schülerinnen und Schüler eine breite Plattform für ihre Fähigkeiten über die Schule hinaus boten. Wir sagen Dank dafür.

 

Frau Rauhe nimmt auf ihren Wunsch die Tätigkeit in einem anderen Gymnasium wieder auf. „Muchas gracias“ möchte ich sagen; und ich bin überzeugt, dass durch ihren Unterricht mehr Spanisch bei den Schülern/innen vorhanden ist als dieser Dank.

 

Verabschieden und danken möchte ich auch Frau Saldanha. Sie unterstützte uns fast ein Jahr in der schulischen Arbeit.


Schule ist – wie man zu selten betont – ein Ort der Veränderung. So können wir zum neuen Schuljahr wieder neue, junge Kolleginnen und Kollegen begrüßen. Wir freuen uns auf ihre offizielle Vorstellung zu Beginn des neuen Schuljahres. Schule ist aber auch ein Ort, der Konstanz aufweisen sollte. Zu diesen Konstanten gehören bei uns die gute Zusammenarbeit innerhalb der Schulgemeinschaft und die Unterstützung durch unseren Verein Ehemaliger und Förderer des Humboldt-Gymnasiums. Hier sei allen Mitgliedern und dem Vorstand in besonderer Weise gedankt.

So gilt auch für dieses Schuljahr und die kommenden, was ich einem Liedtext von Heinz Rudolf Kunze entnommen habe: „… ich habe nie gesagt, dass es einfach ist, dass es mühelos passiert …“  und „… die Zufriedenheit, die man daraus zieht, dass man keine Ruhe gibt …“  Beides gilt mit Blick auf das alte und das neue Schuljahr, auch wenn der Kontext der Strophen ein anderer ist.

ABER der Titel des Liedes passt: „Die Zeit ist reif!“ Reif, in die Ferien zu gehen. Ich wünsche erholsame Urlaubstage, Zeit zur Besinnung, die Muße, sich liegengebliebene Dinge vielleicht noch einmal vorzunehmen und dennoch zu entspannen.

Bleibt gesund/ bleiben Sie gesund bis zum Schuljahresstart am 31. August.

 

Mit besten Grüßen 
Ralf-Gerhard Köthe

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